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Ratgeber

Saugroboter und Datenschutz: was die App speichert

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Ein Saugroboter kennt den Grundriss Ihrer Wohnung, weiß, wann Sie reinigen, und hat bei vielen Modellen eine Kamera an Bord. Diese Seite erklärt, welche Datenarten bei typischen Geräten anfallen, was die Hersteller nach eigenen Angaben damit tun, welche Einstellungen Sie selbst in der Hand haben und welche Alternativen es gibt, etwa Modelle ohne Kamera oder den Betrieb ganz ohne WLAN. Es handelt sich um eine allgemeine Übersicht, keine Rechtsberatung.

Welche Daten ein Saugroboter typischerweise erzeugt

Jeder vernetzte Roboter erzeugt Betriebsdaten: Akkustand, Fehlermeldungen, Reinigungsdauer und Restlaufzeiten von Verschleißteilen. Modelle mit LiDAR oder Kamera erstellen eine Karte der Wohnung mit Räumen, Möbeln und Sperrzonen. Dazu kommen Kontodaten wie E-Mail-Adresse und gegebenenfalls Standort, wenn die App das abfragt.

Modelle mit Kamera verarbeiten zusätzlich Bilddaten, etwa um Hindernisse zu erkennen. Ob diese Bilder nur im Gerät ausgewertet oder auch übertragen werden, unterscheidet sich je nach Hersteller und Funktion. Funktionen wie Fernansicht oder Videoüberwachung über die App setzen eine Übertragung voraus.

Was Hersteller dazu angeben

Die großen Hersteller veröffentlichen Datenschutzerklärungen für ihre Apps und Geräte. Darin beschreiben sie, welche Daten sie erheben, wo die Server stehen, wie lange Daten gespeichert werden und wie Sie Auskunft oder Löschung verlangen. Einige Listings werben mit Zertifizierungen. Bei einem iRobot-Modell nennt das Listing zum Beispiel eine Cyber-Security-Zertifizierung des TÜV SÜD. Andere Hersteller nennen in den Listings Funktionen zum Schutz der Privatsphäre, die Sie in der App aktivieren können.

Prüfen Sie vor dem Kauf die Datenschutzhinweise des konkreten Herstellers. Achten Sie darauf, ob Kamerafunktionen abschaltbar sind, ob Bilder lokal verarbeitet werden und ob Sie Karte und Konto vollständig löschen können.

Einstellungen, die Sie selbst in der Hand haben

Auch ohne technisches Spezialwissen lässt sich die Datenmenge deutlich verringern. Viele Punkte finden Sie in den Einstellungen der Hersteller-App, ihre Bezeichnungen variieren je nach Modell.

  • Kamera-Fernansicht und Videofunktionen deaktivieren, wenn Sie sie nicht nutzen
  • Fotos von Hindernissen in der App ausschalten oder regelmäßig löschen
  • Optionale Datenfreigaben zur Produktverbesserung ablehnen
  • App-Berechtigungen auf dem Smartphone prüfen, etwa Standort und Mikrofon
  • Sicheres, eigenes Passwort für das Herstellerkonto und Zwei-Faktor-Anmeldung, falls angeboten
  • Firmware aktuell halten, damit Sicherheitslücken geschlossen werden

Hinweis:Vor Verkauf oder Entsorgung den Roboter auf Werkseinstellungen zurücksetzen und aus dem Herstellerkonto entfernen, damit Karte und Verknüpfung gelöscht werden.

Ohne Kamera: LiDAR als Alternative

Wer keine Bildsensoren im Haus möchte, wählt ein Modell, das nur mit LiDAR und gegebenenfalls Strukturlicht ohne Kamera navigiert. Diese Geräte erstellen ebenfalls eine präzise Karte, erzeugen aber keine Fotos. Der Nachteil: Die Erkennung kleiner Hindernisse wie Socken oder Kabel ist bei vielen solchen Modellen weniger ausgeprägt.

Den Unterschied der Navigationsarten zeigt der Vergleich der Navigationsarten. Eine Auswahl an Geräten finden Sie im Ratgeber Saugroboter ohne Kamera.

Saugroboter ohne Kamera ansehen →

Saugroboter ohne WLAN betreiben

Viele Roboter lassen sich auch ohne App über die Tasten am Gerät starten. Dann reinigt das Gerät, doch Kartenbearbeitung, Sperrzonen, Raumreinigung und Zeitpläne entfallen meist, weil sie über die App eingerichtet werden. Einige Modelle speichern Zeitpläne im Gerät und halten sie auch ohne Verbindung ein. Ob und wie Ihr Modell offline arbeitet, steht im Handbuch.

Ein Mittelweg ist ein separates Gäste- oder IoT-WLAN im Router. Der Roboter bekommt Internetzugang, aber keinen Zugriff auf Ihre anderen Geräte im Heimnetz. Wer die Cloud ganz vermeiden möchte, kann prüfen, ob es eine lokale Integration gibt, wie unter Saugroboter in Home Assistant einbinden beschrieben. Alternative Firmware erfordert tiefe Eingriffe und kann die Herstellergarantie gefährden, siehe Garantie bei Saugrobotern.

Sprachassistenten und Smart Home

Verbinden Sie den Roboter mit Alexa, Google Assistant oder Siri, entsteht ein zusätzlicher Datenfluss zum Anbieter des Assistenten. Der Skill bekommt in der Regel Zugriff auf Gerätestatus und Raumnamen. Welche Daten dabei geteilt werden, steht in den Hinweisen des Skills und des Assistenten.

Wenn Sie die Sprachsteuerung nicht nutzen, verknüpfen Sie den Skill gar nicht erst oder entfernen ihn wieder. Wie die Einrichtung funktioniert, lesen Sie unter Saugroboter mit Alexa verbinden.

Ihre Rechte als Nutzer

In der EU haben Sie nach der Datenschutz-Grundverordnung grundsätzlich das Recht auf Auskunft über gespeicherte Daten und auf deren Löschung. Wie Sie diese Rechte beim jeweiligen Hersteller geltend machen, steht in seiner Datenschutzerklärung, oft gibt es dafür ein Formular oder eine E-Mail-Adresse. Allgemeine Informationen zu vernetzten Haushaltsgeräten bieten die Verbraucherzentralen.

Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung. Bei konkreten rechtlichen Fragen wenden Sie sich an eine Verbraucherzentrale oder eine Anwältin oder einen Anwalt.

Häufige Fragen

Kann der Hersteller meine Wohnung sehen? Bei Modellen mit Kamera hängt das von Funktion und Einstellungen ab. Lesen Sie die Datenschutzhinweise und deaktivieren Sie Fernansicht und Fotofunktionen, wenn Sie sie nicht brauchen.

Funktioniert ein Saugroboter ohne WLAN? Viele Modelle reinigen per Taste auch offline. Karten, Zonen und Raumreinigung brauchen meist die App.

Sind LiDAR-Karten personenbezogene Daten? Ein Grundriss kann in Verbindung mit Ihrem Konto Rückschlüsse zulassen. Wie der Hersteller damit umgeht, steht in seiner Datenschutzerklärung.

Was mache ich vor dem Verkauf des Roboters? Werkseinstellungen herstellen, Gerät aus dem Konto entfernen und gegebenenfalls Karten in der App löschen.

Was Sie dafür brauchen

Quellen